Eine Plage so alt wie die Menschheit Adam und der Rassist

von am 29. Mai 2013 in Allgemein, Reflektionen

Eine Plage so alt wie die Menschheit <small class='subtitle'>Adam und der Rassist</small>
Bild: Hans Fischer

“Ich bin besser als er”, sagt Iblis ganz abfällig über Adam. Seine absolute Überheblichkeit führt zu seinem Untergang. Er ist der erste Rassist der Menschheitsgeschichte.

VON HATICE KILICER

Rassismus ist ein Teil unserer Gesellschaft. Er ist Alltag für Muslime und Migranten in Deutschland. Rassissmus versteckt sich hinter viele Masken. Er taucht immer wieder überall auf, ob beim Einkaufen, beim Zahnarzt oder in der Mittagspause bei der Arbeit. Seine extremste Seite sehen wir aktuell im NSU-Prozess.

Der rassistische Gedanke besser als der andere zu sein, zieht sich durch die Geschichte der Menschheit. Er bescherte uns Sklavenhandel, südafrikanische Apartheid, die Vernichtung der Aborigines und de facto die Ausrottung der Indianer. “Ich bin besser als er”, sagte auch Iblis über Adam, als dieser von Gott erschaffen wurde. Iblis absolute Überheblichkeit führte zu seinem Sturz und letztendlich zu seiner Verzweiflung. Er ist der erste Rassist der Menschheitsgeschichte.

Rassismus ist auch unter Muslimen verbreitet

Der Koran erinnert uns daran, dass der Islam den Rassismus ablehnt. “Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt” – nicht, damit ihr einander hasst. (49:13) Und der Prophet sagt in seiner letzten Predigt: “Die gesamte Menschheit stammt von Adam und Eva ab. Ein Araber hat weder einen Vorrang vor einem Nicht-Araber, noch hat ein Nicht-Araber einen Vorrang vor einem Araber. Weiß hat keinen Vorrang vor Schwarz, noch hat Schwarz irgendeinen Vorrang vor Weiß. Niemand ist einem anderen überlegen, außer in der Gottesfurcht und in guter Tat.”

Nichtdestotrotz ist Rassismus leider auch in der muslimischen Gemeinschaft vorhanden. Ich habe schon muslimische Männer und Frauen kennengelernt, die nicht heiraten konnten, weil sie die falsche Hautfarbe oder nicht die richtige Rasse hatten. Auch die Vorstellung, dass Araber besser als Türken oder Pakistaner besser als Bengalen sind, ist unter Muslimen verbreitet.

Überlegenheitsgefühle haben nichts mit wahrer Frömmigkeit zu tun

Rassische Überlegenheit ist aber nicht alles, was wir in Iblis fünf Worten finden. In Deutschland geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Die Spaltung der Klassen schreitet voran und erinnert an das alte feudale System. So führt der  hohe Status eines Menschen oft dazu, dass er sich für besser hält als andere.  Darüber hinaus halten sich Menschen wegen ihrem schönen Aussehen für überlegen. Die globale Werbung und die Promi-Industrie fördern dieses Problem. Auch das Gefühl religiöser Überlegenheit kann dazu führen, dass Katholiken Protestanten töten, Muslime Christen töten, Hindus Muslime töten, und umgekehrt.

All diese Überlegenheitsgefühle haben nichts mit wahrer Frömmigkeit zu tun. Wahre Frömmigkeit besteht aus einem aufrichtigem Glauben, woraus aufrichtige Taten und ein Leben der Gottergebenheit folgen. Wir sollten unser Leid mit Geduld ertragen und unsere Ängste überwinden. Iblis Arroganz und Ungehorsam führten zu seinem Untergang. Und da wir seine Geschichte von der koranischen Schilderung kennen, sollte uns das zu Ergebenheit und Demut vor Gott antreiben.

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