Filmkritik Kinder des Himmels

von am 19. Juli 2014 in Allgemein, Leben

Filmkritik <small class='subtitle'>Kinder des Himmels</small>
Bild: Haf

Als dem kleinen Ali und seiner Schwester ein Missgeschick widerfährt, halten sie liebevoll zusammen. Aufgeben kommt für ihre großen und tapferen Herzen nicht in Frage.

Auf dem Nachhauseweg verliert Ali die Schuhe seiner jüngeren Schwester Zarah. Er stammt aus einer armen Familie. Deshalb glaubt er, dass sich seine Eltern kein neues Paar Schuhe leisten können. Er sagt ihnen nichts von dem Vorfall.

Damit die Eltern den Verlust nicht bemerken, heckt Ali einen Plan aus. Wenn Zarah morgens in die Schule geht, zieht sie die Schuhe von Ali an. Diese gibt sie ihm dann am Mittag wieder, wenn er zur Schule muss. Doch der Plan läuft nicht glatt. Die Probleme häufen sich. Zum Glück findet wenig später ein Wettlauf statt. Wer den dritten Platz belegt, gewinnt neue Turnschuhe. Ali will teilnehmen und alles wieder gut machen.

Der Film zeigt die Armut nicht in einem hoffnungslosen Licht

Mit “Kinder des Himmels” gelang dem iranischen Regisseur Majid Majidi ein berührender Film über das Leben von Kindern, die in Armut leben. Obwohl Ali und Zahra es nicht einfach haben, geben sie niemals auf. Es ist eine Wonne zu sehen, wie sie immer zusammenhalten und sich lieben, egal, welchen Problemen sie gegenüberstehen. Von der Armut, die sie umgibt, lassen sie sich nicht unterkriegen.

Der Film zeigt die Armut nicht in einem düsteren, hoffnungslosen Licht. Aber sie ist präsent. Das Wohnviertel, in dem die Familie lebt, ist nicht im besten Zustand. Einmal fährt der Vater mit dem Fahrrad in einen reichen Stadtteil, um als Gärtner die Familienkasse aufzustocken, und nimmt Ali mit. Der Unterschied zwischen dem reichen und armen Viertel ist frappierend. Die teuren Villen der Wohlhabenden wirken wie von einem anderen Planeten.

Doch auch wenn Ali und Zahra nicht viel besitzen, so haben sie doch eine unerschütterliche Familie, die ihnen Kraft gibt und sie alle Probleme meistern lässt. Es heißt ja, dass Gott die Menschen nicht nach ihrem Wohlstand, sondern nach ihrem Verhalten beurteilt. Insofern muss er mit großer Freude auf Ali und Zahra herabschauen. So sind die beiden fürwahr Kinder des Himmels.

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