Flüchtlingsdrama im Herzen von München Hungerstreik gegen unwürdiges Leben

von am 25. Juni 2013 in Allgemein, Leben

Flüchtlingsdrama im Herzen von München <small class='subtitle'>Hungerstreik gegen unwürdiges Leben</small>
Bild: Axel Hindemith & Creative Commons CC-by-sa-3.0 de

Asylbewerber sind in München in den Hungerstreik getreten. Sie prangern die unwürdige Unterbringung und Behandlung an, die sie ertragen müssen. “Gebt uns Bürgerrechte”, fordern sie.

Seit Tagen hungern knapp 100 Flüchtlinge mitten in München, um zu protestieren. Sie wollen besser behandelt werden. Sie wollen nicht in Massenunterkünfte gesteckt und mit Essenspaketen vertröstet werden. Sie wollen sich frei bewegen dürfen. “Gebt uns Bürgerrechte, gebt uns Asyl”, fordern sie. Sie nennen sich Non-Citizen. Damit weisen sie darauf hin, dass für sie bestimmte Bürgerrechte nicht gelten.

Unter den Flüchtlingen ist Hanifeh Wahafi. Die 28-jährige Afghanin hat zwei Kinder. Sie flohen erst aus ihrem Heimatland nach Iran und von dort aus weiter. Als sie in Deutschland ankamen, wurde Hanifehs Mann als Illegaler eingestuft und sofort inhaftiert. Außerdem verlor Hanifeh ihren zwölfjährigen Sohn in Österreich. Lange Zeit wusste sie gar nicht, wo er war.

Der Tod ist ihm lieber als das unwürdige Leben

Hanifeh sollte bereits im Juni nach Ungarn abgeschoben werden. So will es das Dublin-II-Abkommen, das die Einreise der Asylanten nach Deutschland unterbinden soll. Wegen Hanifehs schlechter Gesundheit blieb ihr die Zwangsausweisung aber bisher erspart.

Während die Flüchtlinge mitten in München im Hungerstreik sind, spricht Staatsministerin Maria Böhmer von Verbesserungen. “Die Menschenwürde ist in Deutschland ein hohes Gut. Zivilgesellschaftliche Tradition in unserem Land ist es, Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht allein zu lassen. Die Politik hat gerade in den vergangenen beiden Jahren spürbare Verbesserungen der Lebenssituation von Flüchtlingen und Asylbewerbern erreicht”, lobt Böhmer.

Doch die Flüchtlinge in München wollen weiter hungern. Der Tod sei ihm lieber als dieses unwürdige Leben, sagt einer von ihnen.

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