Preisverleihung für Integrationsforschung Die Tücken der Zweisprachigkeit

von am 18. Dezember 2013 in Allgemein, Gesellschaft

Preisverleihung für Integrationsforschung <small class='subtitle'>Die Tücken der Zweisprachigkeit</small>
Bild: idw

Die Forscherin Seda Tunç befasst sich mit Schülern an Hauptschulen und Gymnasien, die zweisprachig aufwachsen. Dafür erhielt sie den Preis für Integrationsforschung des Landes Baden-Württemberg.

Die Forscherin Seda Tunç hat die typologischen Merkmale des Kroatischen, Griechischen und Türkischen im Kontrast zur Struktur des Deutschen herausgearbeitet. Dann erhob sie in einer eigenen empirischen Studie den Sprachstand von jeweils rund 30 zweisprachigen Schülern jeder Herkunftslandgruppe, sowohl an Hauptschulen, als auch an Gymnasien. Zusätzlich hat sie den Sprachstand von einsprachigen Schülern in beiden Schultypen in Baden-Württemberg, Kroatien, Griechenland und der Türkei festgestellt.

Die Analysen der Studienrätin Seda Tunç zeigen nicht nur, dass die Strukturmerkmale der Erstsprache Einfluss auf die Art der beobachtbaren Fehler der Zweitsprache – also des Deutschen – haben. Mangelnde Kompetenz der Erstsprache führt häufig dazu, dass sich die Art der Fehler auch auf die Zweitsprache überträgt.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Sprachen

Die studierte Gymnasiallehrerin und Forscherin stellt fest, dass mangelnde Kenntnisse der Erstsprache nicht zwangsläufig mangelnde Kenntnisse der Zweitsprache oder Misserfolg in der Schule zur Folge haben. Die frühe Berücksichtigung der Erstsprachenkompetenz beim Erlernen der deutschen Sprache ist jedoch wichtig. Daher sollten Lehrern, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten, die wichtigsten Strukturmuster der gängigen Herkunftssprachen bekannt sein.

Lehrkräfte und Schüler können sich so frühzeitig bewusst werden, welche strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden gesprochenen Sprachen bestehen. Dann fällt auch die Entscheidung leichter, ob eine kombinierte Spracherziehung nötig ist oder ob eine reguläre Sprachförderung in der Zweitsprache ausreicht.

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