Ramadan 1436 Der Geist von Ramadan

von am 25. Juli 2013 in Allgemein, Reflektionen

Ramadan 1436 <small class='subtitle'>Der Geist von Ramadan</small>
Bild: Erik van Leeuwen & GNU Free Documentation License

Der Ramadan hat begonnen. Disziplin, Selbstkontrolle und Gemeinschaft – der Geist des Fastenmonats und der Geist der Olympiade haben vielleicht mehr gemeinsam, als wir glauben.

VON HATICE KILICER

Das Bild zeigt den muslimischen Hochleistungssportler Mohamed “Mo” Farah. Bei den Olympischen Spielen in London holte er Goldmedaillen. Die muslimischen Sportler standen damals vor einer schweren Entscheidung: Sollten sie fasten oder nicht? Denn die Olympiade überschnitt sich mit dem islamischen Fastenmonat Ramadan.

Doch der Ramadan und das große Sportevent mit den fünf Ringen haben mehr gemeinsam, als dass sie alle Jubeljahre einmal zeitlich zusammenfallen. Das olympische Credo lautet: “Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, wie auch das Wichtigste im Leben nicht der Sieg, sondern das Streben nach einem Ziel ist.” Und das olympische Motto heißt citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker). Dieser Geist der Olympischen Spiele hat vielleicht mehr mit dem Geist des Ramadan zu tun, als wir glauben.

Wahre Stärke ist seinen Zorn zu beherrschen

Der Sinn des Ramadan besteht darin, dass wir uns bessern. Wir versuchen, so gut wie möglich zu sein. Wir sollen uns anstrengen, wir sollen verzichten, uns konzentrieren, um disziplinierter und stärker zu werden – ähnlich wie die Sportler bei der Olympiade. So können wir erkennen, dass wahre Stärke in der Selbstkontrolle liegt.

Deshalb hat der Prophet einst gesagt: “Der starke Mann ist nicht der, der im Kampf siegt, sondern der wahre Starke ist derjenige, der sich in seinem Zorn beherrscht.” Der Koran sagt zum Fasten während des Ramadan: “Euch ist vorgeschrieben, zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein.” (2:183) Gottesfurcht bedeutet hier auch Disziplin, Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Selbstkontrolle.

Im Ramadan lassen sich viele beurlauben, um es sich leicht zu machen

Heutzutage ist der Ramadan für viele eine Auszeit. Viele lassen sich beurlauben, lassen Schul- und Unitage sausen, um es sich leicht zu machen, während sie abends übermäßig dem Essen fröhnen. Doch so hat es nicht begonnen. Das Fasten im Ramadan sollte eine intensive Zeit des “Trainings” sein, damit wir am anderen Ende spirituell aufgeladen herauskommen, und wir uns Gott und Seiner täglichen Geschenke an uns bewusster werden.

Die Schlussfolgerung ist hier auch, dass wir uns an die erinnern, die weniger wohlhabend sind, und ihnen großzügigere Spenden geben. Aus diesem Grund erhöhen viele Muslime ihre wohltätigen Spenden während diesem geheiligten Monat.

Der Ramadan und die Olympiade sollen Menschen zusammenbringen

Ramadan ist eine Zeit für Reflektion, Meditation und auch die Verbesserung des Charakters und des Verhaltens. Der Prophet sagte: “Wenn jemand falsche Rede und falsche Handlungen und Ignoranz nicht aufgibt, so hat Gott keinen Bedarf daran, dass er sein Essen und Trinken aufgibt.”

Der Ramadan und die Olympiade sollen beide Menschen zusammenzubringen – ja, um Opfer zu bringen, um Anstrengungen aufzubieten, um stärker und disziplinierter zu werden, sogar um wettzueifern – aber mit der höheren Absicht, dass wir alle Teil einer menschlichen Familie unter Gott sind.

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