TV-Duell vor der Bundestagswahl Dröger Polit-Talk statt feurige Debatten

von am 2. September 2013 in Allgemein, Meinung

TV-Duell vor der Bundestagswahl <small class='subtitle'>Dröger Polit-Talk statt feurige Debatten</small>
Bild: dpa

Der Coutdown für die Bundestagswahl im September läuft. In einem TV-Duell stellten sich Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück den Fragen der Journalisten.

VON HANS FISCHER

Nur noch drei Wochen bleiben bis zur Bundestagswahl. Und obwohl ich mich ausführlich über die Parteien informiert habe, bin ich mir immer noch nicht sicher, wen ich wählen soll.

Also schaltete ich, wie so viele andere Bürger, am Sonntagabend den Fernseher ein. Denn da erwartete Deutschland ein großes TV-Event. Diesmal ging es nicht um ein Dschungelcamp, in dem sogenannte Stars eklige Prüfungen über sich ergehen lassen müssen. Nein, diesmal ging es um die große Politik. Niemand geringeres als Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück traten gegeneinander an, um die Bürger von ihren politischen Standpunkten zu überzeugen und sich nach der Bundestagswahl die Siegerkrone aufsetzen zu können.

Die Angst lag in der Luft

Gleich mehrere Sender übertrugen das Spektakel live. Und sie hatten sich natürlich einen griffigen Namen dafür ausgedacht: Das TV-Duell! Das klingt nach feurigen Debatten, nach Leidenschaft und Emotionen.

Doch was da 90 Minuten lang über den Bildschirm flimmerte, war leider kein inbrünstiges Polit-Fest, sondern der übliche dröge Polit-Talk. Merkel und Steinbrück spulten routiniert ihre Standard-Sätze ab. Die Angst, von den altbekannten Formulierungen abzuweichen und mit spontanen Antworten die Wähler zu verschrecken, lag förmlich in der Luft.

Große Visionen blieben beide schuldig

So inzenierte sich Merkel wieder als erfolgreiche Kanzlerin, die dafür sorgt, dass es Deutschland gut geht. Die Probleme im Land versuchte sie möglichst auszublenden oder kleinzureden. Steinbrück dagegen gab den Angreifer, der Merkel die Leviten liest. Doch er war zu zaghaft, um seiner Konkurrentin wirklich gefährlich zu werden. Große Visionen, Ideen oder Konzepte für die Zukunft Deutschlands blieben beide schuldig.

Ob sich die Bürger auf diese Weise für Politik begeistern lassen, wage ich zu bezweifeln.

Print article

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein, um zu kommentieren.