Verleihung des Integrationsforschungspreises Integration ist keine stille Anpassung

von am 19. Dezember 2013 in Allgemein, Gesellschaft

Verleihung des Integrationsforschungspreises <small class='subtitle'>Integration ist keine stille Anpassung</small>
Bild: unihd

Integration beginnt, indem Angehörige der Minderheit die Ungleichbehandlung anprangern, meint Daniela Gress. Für ihre Masterarbeit an der Universität Heidelberg bekam sie den Preis für Integrationsforschung.

Daniela Gress widmet sich in ihrer zeitgeschichtlichen Arbeit der Entstehung und den ersten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma, die für die Anerkennung des NS-Völkermordes an der Minderheit kämpft.

Sie beschreibt dazu exemplarisch zwei Protestaktionen der Bewegung: eine Gedenkkundgebung im Jahr 1979 im KZ Bergen-Belsen und den Hungerstreik im KZ Dachau im Jahr 1980.

Integration beginnt dadurch, dass die Minderheit die Ungleichbehandlung anprangert

Gress hat umfassende, bisher nicht systematisch erschlossene Primärquellen in Archiven und Medien ausgewertet. Sie zeigt, dass Integration nicht immer als geräuschlose Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft von statten geht.

Der Integrationsprozess beginnt unter anderem dadurch, dass Angehörige der Minderheit die Missstände und die Ungleichbehandlung anprangern. Sie starten dazu eine systematische Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungskampagne. Zudem beschreibt Gress die Rolle der Medien in diesem Prozess der kritischen Auseinandersetzung mit der Situation der Sinti und Roma.

Den Integrationsforschungspreis erhielt auch die Forscherin Seda Tunç. Sie beschäftigt sich mit Zweisprachigkeit.

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